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Lese- und Rechtschreibstörung, Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche:

Die Lese-Rechtschreibstörung zählt zu den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten. Hauptmerkmal ist die Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht durch andere Gründe (z.B. Seh- oder Hörstörungen, mangelnde Intelligenz, unangemessene Beschulung) zu erklären sind. Oft ist das Leseverständnis oder die Wiedererkennung des gelesenen Wortes problematisch. Rechtschreibstörungen gehen oft mit Störungen der Lesefähigkeit einher. Meistens sind auch Störungen des Sprechens und der Sprache vorherrschend.

Fehler beim Vorlesen können zum Beispiel durch folgende Merkmale gekennzeichnet sein:

  • „Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen
  • Niedrige Lesegeschwindigkeit
  • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text und ungenaues Phrasieren
  • Vertauschung von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in den Wörtern“ (WHO 2010, S. 299)

Des Weiteren kann das Kind Gelesenes oft nicht wiedergeben, keine Zusammenhänge sehen und den Inhalt nicht verstehen. Meistens sind emotionale Probleme, Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivitätssyndrom, Störungen des Sozialverhaltens und/oder niedriges Selbstwertgefühl eine zusätzliche Belastung. Bauchschmerzen, Spannungskopfschmerz und Ängste vor Leistungsnachweisen im Fach Deutsch sind ebenfalls beobachtbar.

Es kann auch vorkommen, dass ein Kind eine „isolierte Rechtschreibstörung“ entwickelt, die nicht aus einer vorherigen Lesestörung resultiert. In der Regel handelt es sich hier um Probleme, Wörter korrekt zu schreiben und mündlich richtig zu buchstabieren.

In den diagnostischen Leitlinien werden die Begriffe „Störung“ und „Schwäche“ unterschieden. Bei einer Störung sind z. B. die Lese- Rechtschreibleistungen oft deutlich schlechter, als nach der Intelligenzentwicklung zu erwarten ist. Zudem ist eine Störung „komplexer“. Die Diagnose ergibt sich aus dem klinischen Befund.

Als Ursache für Legasthenie (spezielle Form der Lese- und Rechtschreibstörung) wird eine biologische Disposition favorisiert. Im Jahre 2005 wurde das Gen DCDC2 entdeckt. Dieses Gen steuert die Wanderung von Nervenzellen in das Sehzentrums des Gehirns (Schumacher et. al. 2005).

Bestimmte Chromosomen und dieser Gendefekt sind für die Probleme in der visuellen Wahrnehmung zuständig. Deshalb kann hier von einer lebenslangen Störung ausgegangen werden. Der Mensch lernt mit der Störung zu leben und besser mit ihr umzugehen.